IN VIA Bayern e.V.

 

Katholischer Verband für
Mädchen- und Frauensozialarbeit
Geschäftsstelle
80337 München
Maistraße 5
Tel. 089 5126619-11
Fax 089 5126619-29
www.invia-bayern.de
info@invia-bayern.de

 

Leitbild

IN VIA Bayern e.V.

Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit

 

1. Wurzeln

In seiner Gestalt als "eingetragener Verein" ist der heutige IN VIA Bayern e.V. vergleichsweise jung. Er wurde 1967 von den bayerischen Verbänden und dem Deutschen Verband gegründet, um der katholischen Mädchensozialarbeit in den gegebenen kirchlichen und politischen Strukturen auf Landesebene Mitsprache und Mitwirkung zu verschaffen.

Gründerpersönlichkeiten des e.V. waren neben Dr. Helga Popp und ihrer Mitarbeiterin Brigitte Kokoschka u.a. die damalige CSU Bundestagsabgeordnete Dr. Edeltraud Kuchtner und Dr. Martha Krause, Direktorin der Ellen-Amman-Schule (1). Erste Geschäftsführerin wurde Brigitte Kokoschka.

Der Sache nach reicht IN VIA Bayern bis in die Anfänge der ersten Vereinsgründung zurück. In München hatten engagierte und einflussreiche katholische Frauen aus Adel und Bürgertum 1895 den "Marianischen Mädchenschutzverein in Bayern" gegründet mit dem Ziel, ein länderübergreifendes Hilfenetz für junge, an fremden Orten alleinstehende und arbeitssuchende Mädchen aufzubauen. Gleichzeitig wollten sie so die Übel von Mädchenhandel und Ausbeutung bekämpfen. Zur Verwirklichung dieser Ziele trugen vor allem zwei Frauen bei: die erst 25-jährige Beisitzerin im Vorstand Ellen Amman und die - ehrenamtlich tätige - erste Geschäftsführerin Luise Fogt. Sie organisierten ab 1897 auf dem Centralbahnhof in München einen "Empfangsdienst" für alleinreisende Mädchen, aus dem die erste katholische Bahnhofsmission in Deutschland entstand und initiierten in kurzer Folge eine Reihe weiterer Einrichtungen (Stellenvermittlung, Beratungsstellen, Wohnheime, hauswirtschaftliche Schulung u.a.)

Die Gründerinnen des Marianischen Mädchenschutzvereins in München ermutigten und unterstützten gleichgesinnte Frauen in anderen Städten, es ihnen nachzutun und noch im selben Jahr entstanden Vereine in Würzburg und Speyer, wenig später in Regensburg und Augsburg. 1896 entsteht in der Schweiz ein Nationalverband.

1897 kommt es unter Beteiligung des Münchner Vereins zur Gründung des Internationalen Verbandes der Katholischen Mädchenschutzvereine mit Sitz in Fribourg/Schweiz (heute ACISJF/IN VIA).

1966 benennen sich die katholischen Mädchenschutzvereine um in „Katholische Mädchensozialarbeit e.V."

1977 werden auf Beschluss der Mitgliederversammlung des Deutschen Verbandes die Worte „IN VIA" vorangestellt. Die einzelnen Verbände unterscheiden sich durch den Zusatz der spezifischen Organisation wie "Landesverband Bayern" oder "Diözesanverband Würzburg".

2012 wird der IN VIA Landesverband umbenannt in "IN VIA Bayern e.V. Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit"

 

Die Entstehungsgeschichte des Landesverbandes hat strukturelle Auswirkungen:

Alle IN VIA Vereine und IN VIA Stellen in den Diözesan-Caritasverbänden in Bayern sind zugleich unmittelbar - wie der Landesverband auch - Mitglied im Deutschen Verband. Sie sind untereinander unabhängig in ihren Programmentscheidungen und es besteht keine hierarchische Beziehung zwischen den Ebenen. Das bedeutet, dass weder der Deutsche Verband noch der Landesverband Entscheidungsbefugnis gegenüber den Mitgliedsorganisationen hat. Die finanzielle Absicherung der Arbeit obliegt den einzelnen Vereinen und Stellen vor Ort.

 

 

2. Selbstverständnis und Standort

Diakonischer Auftrag:

 

IN VIA übt in seinen Tätigkeitsfeldern den diakonischen Auftrag der Kirche aus. So wird für viele durch das Handeln der ehrenamtlichen und der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen von IN VIA Kirche erfahrbar. IN VIA ist kirchliche Präsenz in der Gesellschaft und gesellschaftliche Präsenz in der Kirche und steht damit im Spannungsfeld zwischen kirchlichen Normen und der Pluralität von Werten in der Gesellschaft.

 

Parteilichkeit und Prävention:

 

IN VIA ist ein Fachverband im Caritasverband, der insbesondere auf die Förderung von Mädchen und jungen Frauen ausgerichtet ist und einen präventiven Ansatz hat. Er sensibilisiert für die Belange von Frauen und Mädchen. Dieser Auftrag ist heute ebenso aktuell wie früher, weil Frauen in der Gesellschaft nach wie vor in allen Bereichen strukturelle Benachteiligung erfahren.

 

Interkulturelle und religiöse Offenheit:

 

IN VIA arbeitet an der gesellschaftlichen Offenheit für ein interkulturelles Zusammenleben im eigenen Land mit und unterstützt die Integration von Migrantinnen. Auf Landesebene sind außer der Arbeit mit jungen Spätaussiedlerinnen die Projekte IN VIA KOFIZA (2) und die gGmbH „STOP dem Frauenhandel" als Beispiele für die Migrationsarbeit zu nennen.

 

Subsidiarität:

 

Als katholischer Fachverband leistet IN VIA entsprechend dem Prinzip der Subsidiarität caritative, d.h. kirchliche Sozialarbeit mit spezifischer Kompetenz und eigener Zielsetzung. Darüber hinaus werden an IN VIA, z.B. von Seiten des Landescaritasverbandes, delegierte Aufgaben übernommen, wie die Vertretung im Bereich „Freiwilliges Soziales Jahr".

 

Kooperationen:

Im Rahmen gemeinsamer Aufgaben und Interessen kooperiert IN VIA Bayern e.V mit anderen Organisationen, beteiligt sich an gemeinsamen Gremien und übernimmt darin befristete oder begrenzte Aufgaben. Für die Kath. Jugendsozialarbeit sind IN VIA Frauen aus Bayern in verschiedenen Ausschüssen auf Bundesebene tätig.

 

Zusammen mit dem evangelischen Landesverein „Verein für Internationale Jugendarbeit" (VIJ) trägt IN VIA Bayern e.V. die ökumenische GmbH „STOP dem Frauenhandel".

 

Arbeitsgrundsätze

IN VIA spürt aktuelle Problemstellungen für Mädchen und junge Frauen auf. Gemeinsam mit den Mitgliedern werden Arbeitsziele und Konzepte entwickelt.

Bisherige Aufgaben werden fortlaufend evaluiert.

Führungs- und Leitungspositionen werden in der Regel von Frauen wahrgenommen.

 

 

IN VIA als internationaler Verband:

Die Mobilität von Mädchen und Frauen über die nationalen Grenzen hinaus, erfordert Austausch und Verständigung und internationale Zusammenarbeit.

IN VIA ist Mitbegründer und geborenes Mitglied des Internationalen Verbandes ACISJF- IN VIA und verbindet dadurch auch alle IN VIA Vereine in Bayern mit dem internationalen Netz der IN VIA Verbände. ACISJF-IN VIA gehört der Weltorganisation Katholischer Frauenverbände an.

 

 

3. Zielgruppen und Ziele

Die Arbeit von IN VIA Bayern e.V. ist mittelbar auf Mädchen und junge Frauen ausgerichtet,

Unmittelbar verfolgt der Landesverband das Ziel, die IN VIA Arbeit in Bayern zu fördern und zu vernetzen und die IN VIA Verbände in der Fachwelt, in Kirche und Öffentlichkeit als aktiver Partner für Sozialarbeit mit jungen Frauen bekannt und sichtbar zu machen. Vor allem geht es dabei um

 

 

4. Vernetzung und Kooperation

Der Landesverband sieht seine Hauptaufgabe in der Vertretung der Arbeit und der Interessen seiner Mitglieder in landesweiten - vor allem kirchlichen - Gremien bei sozialpolitischen Fragestellungen und in der Öffentlichkeit.

Seine Mitglieder sind die Diözesanverbände und -stellen sowie die Ortsverbände. Ferner fördert der IN VIA Landesverband die Bahnhofsmissionen in katholischer Trägerschaft in Bayern. Er verantwortet die Vernetzung der Selbsthilfegruppen von Migrantinnen aus nicht europäischen Ländern wie auch der Jugendmigrationsdienste.

Mit dem Deutschen Verband von IN VIA bestehen enge Arbeitskontakte.

 

 

Die vom Landesverband IN VIA geleistete Vernetzung gewährleistet eine Weiterentwicklung und Förderung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie von Ehrenamtlichen und steigert somit die Qualität der Arbeit sowohl IN VIA intern als auch extern.

 

IN VIA Bayern e.V. hat weitere Kooperationspartner

 

IN VIA Bayern e.V. bringt die IN VIA Arbeit in die Gremien der verschiedenen Verbände ein und engagiert sich in besonderer Weise für den frauen- und migrationsspezifischen Blickwinkel.

 

 

5. Aufgabenfelder

IN VIA Bayern e.V. ist Experte für

          - KOFIZA (Kontakt und Frauen-Informationszentrum für Afrikanerinnen, Asiatinnen und Latein-Amerikanerinnen) - Netz von Selbsthilfegruppen,   
            Empowerment, Projekte

          - Jugendmigrationsdienste

 

 

IN VIA Bayern e.V. unterstützt seine Mitglieder durch

 

 

6. Mitarbeiterinnen: Grundhaltungen

Offenheit gegenüber pluralen Lebensformen, Toleranz und Akzeptanz, aber auch Konfliktbereitschaft, Grenzsetzung und Einstehen für die christlichen Werte gehören zu den Grundhaltungen der Mitarbeiterinnen.

Die Mitarbeiterinnen sind untereinander als Frauen solidarisch. Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/-innen arbeiten eigenverantwortlich Hand in Hand und bringen ihre persönlichen Stärken ein.

Sie überprüfen ihre Arbeit, entwickeln diese weiter und reflektieren diese regelmäßig mit Kolleginnen. Die Mitarbeiterinnen haben Anspruch auf Fortbildung, fachliche Begleitung und Unterstützung. Dafür stellt der Landesverband Zeit und Raum zur Verfügung.

Der IN VIA Landesverband setzt ein partizipatives Leitungsverständnis voraus und praktiziert Diversitiy-Management.

Der Landesverband sorgt für spirituelle Impulse und geistliche Beratung und Begleitung der Mitarbeiterinnen.

 

(1) Höhere Fachschule für Sozialarbeit in der Trägerschaft des Katholischen Frauenbundes von 1912 - 1971. Die Ellen-Amman-Schule ging als älteste und stärkste Vorgängerschule in die Katholische Stiftungsfachhochschule für soziale Arbeit München ein.

 

(2) IN VIA KOFIZA - Kontakt-, Förderungs- und Integrationszentrum für außereuropäische Frauen und deren Familien

 

 

Quellenverzeichnis:

Dieses Leitbild wurde auf der Grundlage folgenden Textes erarbeitet: „Das Selbstverständnis des Verbandes IN VIA Kath. Mädchensozialarbeit"