Die Ausstellung auf Tour


Nürnberg
Im Caritas-Pirkheimer-Haus, Königstraße 64, 90402 Nürnberg, ist die Schau von Mittwoch, 31. Mai, bis Freitag, 14. Juli, zu Gast.
Öffentliche Vernissage ist am Dienstag, 30. Mai, um 19.30 Uhr.

Die Wanderbank

Bänke sind wie kleine Inseln im oft hektischen Alltag. Kaum nimmt man auf der Bank Platz, scheint das Leben einem besonderen Rhythmus zu folgen. Es ist Zeit zum Verweilen, Ausruhen, den Gedanken nachhängen oder mit eben noch fremden Menschen zu plaudern. Einige bayerische Bahnhofsmissionen haben daher in den vergangenen Monaten mit einer Wanderbank solche Inseln in dem hektischen Bahnhofstreiben geschaffen.Dabei wurde die Bank schnell zu einem Ort, wo Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft und in völlig verschiedenen Lebenssituation zusammenkamen, miteinander redeten und aus ihrem Leben erzählten.Das Projekt wurde von Christiane Huber/Geschichtensammlerin und Sanne Kurz/Fotografin für die Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Bahnhofsmissionen in Bayern unter Federführung von IN VIA Bayern e.V. entwickelt und von ihnen durchgeführt sowie vom Bayerischen Sozialministerium dankenswerterweise gefördert. Ein besonderer Dank geht an den bekannten Autor Friedrich Ani, der als „Geschichtensammler“ auf der Wanderbank in München das Projekt unterstützte.


Das Projekt

„Auf dieser Wanderbank dürfen Sie: Sitzen, verweilen, sich ausruhen, erzählen, schlafen, sich einen warmen Ort bauen, warten, stricken, Zeitung lesen, essen, Tee trinken, in die Luft schauen...“

So steht es an den Orten, an denen die Wanderbank Station macht. Sie steht für einen bestimmten Zeitraum vor einer Bahnhofsmission in Bayern oder in den jeweiligen Bahnhöfen - bisher in Passau, München, Ingolstadt, Schweinfurt, Aschaffenburg, Würzburg und Nürnberg.
Regelmäßig sitzt auf der Bank eine „Geschichtensammlerin“: Sie hört zu, schreibt auf, bietet Anknüpfung zum Reden und Erzählen. Und die Bank ist für alle da: Für Gäste der Bahnhofsmission, Mitarbeitende, Passanten, Reisende. Darunter auch viele Menschen, die sonst kaum einen Platz und Gehör finden.
Das Projekt der Künstlerinnen Huber&Kurz wählt die Bank als Treffpunkt, als Ort des Ruhens, des Austausches und als Gegenpol zum regen Leben, der Hektik und Anonymität der Bahnhöfe. Sie wird schnell zu einem Magneten für die Menschen.
Dort, wo die Wanderbank bislang stand, hat eine „Geschichtensammlerin“  Erzähltes notiert, eine Fotografin Szenen im Bild eingefangen. „Wir haben deutlich gemerkt, wie wichtig es für viele Menschen ist, zwanglos von sich erzählen zu können, dass ihnen jemand zuhört und sie wahr- und ernst nimmt“, berichtet Hedwig Gappa-Langer, Referentin für die bayerischen Bahnhofsmissionen bei IN VIA Bayern.

Der Arbeit der Künstlerinnen Christiane Huber und Sanne Kurz liegt die Liebe zu Menschen und deren Leben zugrunde. Dabei geht es ihnen weniger um das Ergebnis, sondern um den Prozess. Das heißt, dass auch speziell bei ihrer Arbeit mit Gästen der Bahnhofsmission die Menschen, ihre Bedürfnisse und Eigenheiten im Mittelpunkt stehen.

Das Projekt und die Ausstellung wurden vom Bayerischen Sozialministerium dankenswerterweise gefördert.

Die Ausstellung

Eindrücke von den Begegnungen, Gesprächen und Szenen auf der Wanderbank der bayerischen Bahnhofsmissionen sind nun in einer Ausstellung zu sehen und zu hören - auf zahlreichen Fotos und in Audioaufnahmen.
Mithilfe eines virtuellen Daumenkinos werden beispielsweise Geschichten von der Wanderbank zum Leben erweckt - nur ein Klick und doch schon bewegendes Kino. In der Tradition der fast schon vergessenen Kunstform kommt auch dieses Daumenkino ohne Special Effects aus - dank eindringlicher Bilder und unterlegt mit Originalkommentaren der Menschen auf der Bank (auch zu sehen unter https://youtu.be/20_xmasJuIY&nbsp).
Unterstützt wurde das Projekt von Schriftsteller Friedrich Ani, der selbst erlebte Geschichten auf der Wanderbank zu Gedichten verarbeitete. Einige davon sind nun in der Ausstellung zu nachzulesen.

Die Ausstellung auf Tour

Nürnberg
Im Caritas-Pirkheimer-Haus, Königstraße 64, 90402 Nürnberg, ist die Schau von Mittwoch, 31. Mai, bis Freitag, 14. Juli, zu Gast.
Öffentliche Vernissage ist am Dienstag, 30. Mai, um 19.30 Uhr.