Neuer Verein: Gemeinsam in Ellen Ammanns Auftrag
München. Vor 93 Jahren, am 23. November 1932, starb Ellen Ammann – sechsfache Mutter, Politikerin, Frauenrechtlerin und eine der prägendsten Sozialpionierinnen Bayerns. Ihr Andenken lebt bis heute weiter: in den bayerischen Bahnhofsmissionen, bei IN VIA, in der Migrationsarbeit, in zahlreichen sozialen Initiativen – und seit Kurzem auch im neuen Verein.: „Die Weg-Gefährtinnen Ellen Ammanns“. Vierzehn Frauen gründeten am 15. November den Verein in München, um ihrem Wirken eine zeitgemäße, tragfähige Form zu geben. Frauen aus verschiedenen bayerischen Diözesen haben sich hier zusammengeschlossen, um diakonisches Handeln, Spiritualität und gesellschaftliches Engagement im Sinne Ammanns weiterzutragen.
Gerade in einem Jubiläumsjahr wie diesem – IN VIA Würzburg und IN VIA München feierten beide ihr 130-jähriges Bestehen – wird besonders spürbar, wie zukunftsweisend Ellen Ammanns Impulse geblieben sind: angefangen 1895 mit dem Marianischen Mädchenschutzverein (heute IN VIA) und der ersten katholischen Bahnhofsmission in München, von der aus sich die Bahnhofsmissionen in ganz Bayern verbreiteten. Heute gibt es zwölf bayerische und rund 100 Bahnhofsmissionen bundesweit.
Wenige Tage nach der Vereinsgründung sprach IN VIA Bayern-Vorständin Rita Schulz bei der Kranzniederlegung zum Todestag Ellen Ammanns.
Sie erinnerte daran, wie viel von dem, was heute geschieht, auf deren Mut und Weitsicht zurückgeht – und erzählte davon, wie sie sich manchmal vorstellt, Ellen Ammann höre zu, wenn berichtet wird, was aus ihren Initiativen geworden ist: aus der Migrationsarbeit, aus der Bahnhofsmission, aus neuen Orten wie dem Frauentreff „Ellen und Verena“ in Regensburg, der bewusst ihren Namen trägt.
Ellen Ammann sei viel zu jung gestorben, sagte Schulz – und doch wirke ihr Auftrag bis heute weiter: in all jenen, die sich in ihrem Geist für andere einsetzen.
Der neue Verein der Weg-Gefährtinnen möchte genau das stärken: die Grundanliegen Ellen Ammanns in die heutige Zeit übersetzen – Menschen in ihrer Würde stärken, Verantwortung übernehmen, Hoffnung konkret werden lassen.
Die Mitglieder des e.V. legen keine Gelübde ab, sind aber für Frauen offen, die dies getan haben – etwa für die Schwestern des Säkularinstituts Ancillae Sanctae Ecclesiae, das von Ellen Ammann 1919 als „Vereinigung der Diakoninnen“ gegründet wurde.
Zur ersten Vorsitzenden wurde die Theologin und Ellen-Ammann-Beauftragte des KDFB Bayern, Dr. Elfriede Schießleder, gewählt. Brigitte Tarras aus der Diözese Regensburg übernimmt die stellvertretende Vorsitzschaft. Schatzmeisterin wird Juliane Wiesner, Schriftführerin Irene Demling. Zu Kassenprüferinnen wurden Rita Schulz, Vorständin des IN VIA-Landesverbands Bayern, und Eva-Maria Heerde-Hinojosa, langjährig aktiv in der Geflüchtetenarbeit, gewählt.
Text: Annette Bieber