"Ich bin froh, Sie an meiner Seite zu haben!"
München. „Geht nicht, gibt’s nicht“ – dieses Motto prägt das Engagement von Rita Schulz, geschäftsführende Vorständin des Frauenfachverbandes IN VIA Bayern e.V.. Für ihren langjährigen Einsatz in der sozialen Arbeit erhielt sie am Donnerstag, 16. April, das Bundesverdienstkreuz. Überreicht wurde das „Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ von Sozialministerin Ulrike Scharf im Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales. Diese betonte bei der Verleihung: "Ich bin froh, Sie an meiner Seite zu haben als engagierte Mitstreiterin."
Mit dieser Ehrung würdigt die Bundesrepublik Deutschland den herausragenden Beitrag von Rita Schulz für Frauen mit Migrations- und Fluchterfahrung sowie für benachteiligte, aber auch von Ausbeutung bedrohte Personengruppen. Der Orden steht für besondere Verdienste um das Gemeinwohl. Ausgezeichnet wurden bei der Feierstunde sieben Persönlichkeiten aus Bayern.
Seit 1998 prägt Rita Schulz die Entwicklung des Landesverbandes IN VIA Bayern maßgeblich, seit 2024 als geschäftsführende Vorständin. Unter ihrer Leitung wurden zentrale Arbeitsfelder auf Landesebene weiterentwickelt – von der Koordination und Stärkung der Bahnhofsmissionsarbeit in Bayern bis hin zum kontinuierlichen Ausbau der Jugendmigrationsdienste. Zugleich initiierte sie wegweisende Integrationsprojekte für Frauen mit Migrationserfahrung.
Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt im Einsatz für Frauenrechte und dem Schutz vor Ausbeutung. So war sie Mitgründerin der gGmbH STOP dem Frauenhandel, die sich für von Menschenhandel, Zwangsprostitution und Zwangsverheiratung betroffene Frauen einsetzt. Mit Projekten wie „MumM – Mentorinnen unterstützen motivierte Migrantinnen“ und „IfA – Internationale Frauen für den Arbeitsmarkt“ entwickelte sie wirkungsvolle Angebote mit, die Frauen mit Flucht- und Migrationserfahrung gezielt beim Ankommen und bei der beruflichen Integration unterstützen. Auch die IN VIA Bayern Fachstelle gegen weibliche Genitalbeschneidung mit der Organisation von Fachtagungen und der Vernetzung von Fachkräften trägt ihre Handschrift.
„Diese Auszeichnung ist für mich eine große Ehre – und zugleich eine Anerkennung für die Arbeit meiner engagierten Kolleginnen und Weggefährtinnen“, so Rita Schulz. „Unser gemeinsames Ziel ist es, dass Frauen mit Migrationshintergrund selbstbestimmt und gleichberechtigt leben können.“
Zugleich macht sie auf aktuelle Herausforderungen aufmerksam: „Mein besonderer Dank gilt auch dem Bayerischen Sozialministerium, das zahlreiche Projekte von IN VIA Bayern e.V. über viele Jahre hinweg gefördert hat und weiterhin unterstützt. Angesichts der derzeit diskutierten Kürzungen blicken wir jedoch mit Sorge auf die zukünftige Entwicklung. Wir hoffen sehr, dass wir unsere Angebote – insbesondere das landesweite Engagement für die Bahnhofsmissionen – auch weiterhin in notwendigem Umfang fortführen können.“
Die Wurzeln von IN VIA Bayern reichen bis ins Jahr 1895 zurück. Damals gründeten engagierte Frauen in München den „Marianischen Mädchenschutzverein in Bayern“, um ein Hilfenetz für alleinstehende, arbeitssuchende Mädchen aufzubauen und sie vor Ausbeutung und Menschenhandel zu schützen. Persönlichkeiten wie die Frauenrechtlerin Ellen Amman und Luise Fogt legten mit innovativen Ansätzen – etwa der ersten katholischen Bahnhofsmission in Deutschland – den Grundstein für die heutige Arbeit des Verbands.